Dollar stark, Euro schwach

Wenn man die derzeitigen Entwicklungen an den Devisenmärkten betrachtet, wird eins ganz deutlich: dem Euro geht es immer schlechter, während beispielsweise der Dollar von dieser Situation zu profitieren weiß. Verwunderlich ist diese Entwicklung gar nicht, denn die Lage in der Eurozone hat ihren Krisenstatus noch immer nicht aufgegeben. An diesem Sonntag, dem 17. Juni, sind in Griechenland Neuwahlen des Parlaments angesetzt, nachdem diese am Anfang Mai gescheitert waren. Diese sowie die im vergangenen Monat stattgefundenen Wahlen in Frankreich haben den Euro weiter nach unten gedrückt. Die Nachricht, dass Spanien unter den Euro Rettungsschirm gestellt werden muss, hat nichts dazu getan, die Gemeinschaftswährung besser dastehen zu lassen.

Die Anleger ziehen sich immer weiter vom Euro zurück und da inzwischen nicht einmal sicher ist, ob Länder wie Griechenland weiterhin Mitglied in der Eurozone bleiben werden, tut sich auch nicht viel, um diese Situation so schnell zu entspannen. Jürg Zeltner, der als CEO beim UBS Wealth Management tätig ist, kann die Situation der Anleger gut verstehen: „Die Zahl der Anlage- und Investitionsmöglichkeiten ist bereits heute fast unüberschaubar geworden und wächst täglich an Zahl und Produktvarianten. Gleichzeitig müssen Investitions- und Anlageentscheidungen immer schneller und zeitgleich zu den jeweiligen Marktzeiten getroffen werden, und das vor dem Hintergrund einer weltweiten Verkettung von Informationen, Ereignissen und Märkten.“

Der US Dollar steht mittlerweile im Gegensatz zum Euro auf einer sehr guten Position. Die amerikanische Währung ist in den vergangenen Monaten immer stärker geworden. Innerhalb eines Jahres, ab dem 31. Mai 2011, ist der Euro im Vergleich zum Dollar um insgesamt 14 Prozent abgewertet worden. Das Währungspaar Euro/ US Dollar hat allein im Mai dieses Jahres um 6,5 Prozent verloren. Die schwierige Lage und die relativ stabilen Wirtschaftsdaten aus den USA haben zu dieser Entwicklung enorm beigetragen. Auch andere Währungen verlieren dem Dollar gegenüber an Wert, darunter der Australische Dollar, der einen Verlust von beinahe 9 Prozent vom Mai 2011 bis zum Mai 2012 gegen den US Dollar hinnehmen musste. Experten sehen diesen Höhenflug der US Währung jedoch nicht als dauerhaft an. Zu schnell seien die Entwicklungen an den Märkten, als dass man sich mit dieser Situation sicher fühlen könnte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.